Mit der Familie als Glücksbringer: Sieg für Rodrigo Sampaio Peixoto im LerchPartner.ch Grand Prix 2026

Vor den Augen seiner Lebenspartnerin Caroline, seines zweijährigen Töchterchens und seines sechsmonatigen Sohnes sowie Pferdebesitzer Jürg Giedemann holte sich der gebürtige Portugiese Rodrigo Sampaio Peixoto den Sieg in der Hauptprüfung in Humlikon, dem LerchPartner.ch Grand Prix. «Meine Familie ist mein Glücksbringer», freute sich der ehemalige Linienpilot, der seit 2014 in der Schweiz lebt und im luzernischen Ballwil einen Sportstall betreibt. Ihm gelang, was wohl noch nicht vielen Springreitern gelungen ist – und auch für ihn selber eine Premiere war: Er gewann einen Grand Prix mit einem Abwurf.
Von den zehn Reiterinnen und Reitern, die sich über den anspruchsvollen Parcours von Pascal Bettschen und Hans Blättler für das Stechen qualifizieren konnten, schaffte es kein Einziger, fehlerfrei zu bleiben. Rodrigo Sampaio Peixoto war mit dem erst achtjährigen Holländer Narojo RSI, der in Humlikon sein erstes Springen über 1.45 Meter bestritt, bereits als Zweiter im Stechen an der Reihe. Das Paar begann gut und war schnell unterwegs, doch beim dritten Hindernis touchierte der eindrücklich springende Dunkelbraune eine Stange, die in den Sand fiel. «Ich dachte, das reicht höchstens noch für eine gute Klassierung», sagte Sampaio Peixoto. Nach ihm folgten noch einige starke Konkurrenten. Doch einer nach dem anderen fiel hinter ihn zurück. Auf den vollen Zuschauerrängen wurde es ganz ruhig, als Katie Gygax mit Feufolet du Feugre einritt. Die beiden hatten den LerchPartner.ch Grand Prix 2024 und 2025 gewonnen. Doch der Hattrick misslang: Am zweitletzten Sprung fiel eine Stange, für die beiden Titelverteidiger blieb nur Platz 4. «Ich wollte natürlich Null reiten, aber es ist nicht ganz aufgegangen», sagte Gygax. Enttäuscht war die gebürtige Engländerin aber nicht: «Beide Pferde sind sehr gut gesprungen.» Denn mit dem Nachwuchspferd Brooklyn von Büren CH, der erst seinen zweiten nationalen Grand Prix bestritt, wurde sie hinter dem Sieger Zweite.
Den dritten Rang holte sich der Jüngste im Starterfeld. Allerdings ärgerte sich Janick Widmer noch, als er aus dem Parcours kam. Im Sattel von Nevado del Ruiz gelang ihm eine tolle Runde und das Paar war auf Siegerkurs, als am letzten Hindernis eine Stange fiel. «Eigentlich hatte ich vor, auf den letzten Sprung einen Galoppsprung mehr zu machen», sagte das 21-jährige Nachwuchstalent. Doch es passte nicht ganz und der 13-jährige Schwedenwallach musste etwas zu gross abspringen. Der anfängliche Ärger dürfte schnell vorbeigehen, hat der Rickenbacher doch eine aufregende Zeit vor sich: Er wird mit seinen Pferden bald nach Deutschland in den Stall von Marcus Ehning ziehen, um einige Monate mit dem erfolgreichen Stilisten zu trainieren.
Gute Leistungen gelangen den beiden «einheimischen» Reiterinnen im Stechen: Delia Carmen Oertli aus Ossingen klassierte sich mit dem Schimmel Corpanto CH auf dem ausgezeichneten 5. Rang. Unmittelbar hinter ihr sprang Nicole Baumgartner-Müller, die ihre Pferde in den Stallungen der Familie Freimüller eingestellt hat, mit ihrer Stute Caprice auf dem 6. Rang. Überschattet wurde der erfolgreiche 5. LerchPartner.ch Grand Prix durch den Ausfall von Sportchefin Melanie Freimüller, die mit zwei Pferden antreten wollte, sich aber noch vor dem ersten Ritt auf dem Abreiteplatz verletzte.
???? Fotos: Sportfoto Mo, www.sportfoto-mo.com
????Ergebnisse: https://info.swiss-equestrian.ch/#/resultate/veranstaltungen/58797
